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Arturo Di Maria

From Dada to Concrete Art – 50 Years Creative Power

Dokumentiert mit ausgewählten Beispielen das künstlerische Schaffen von Arturo Di Maria von 1965 – 2015.

Besuch nach telefonischer Vereinbarung

Ausstellung bis 19. August verlängert

Arturo Di Maria. Orizzonte Imaginario Nr. 5, 2015 Diptychon
Arturo Di Maria. Orizzonte Imaginario Nr. 5, 2015 Diptychon
2 × (70 × 50 × 6cm), Ausschnitt
Arturo Di Maria. Orizzonte Imaginario Nr. 3, 2015 Diptychon
Arturo Di Maria. Orizzonte Imaginario Nr. 3, 2015 Diptychon
2 × (70 × 50 × 6cm), Ausschnitt
Arturo Di Maria. Buco nero, 1968. Holzschale und Holzkugel schwarz gefasst. 25 × 25cm bzw. 20 × 20cm
Arturo Di Maria. Buco nero, 1968. Holzschale und Holzkugel schwarz gefasst.
25 × 25cm bzw. 20 × 20cm
Arturo Di Maria. Natura Morta, 1973.<br>Mischtechnik und Wurzel. 100 × 70 × 15cm
Arturo Di Maria. Natura Morta, 1973.
Mischtechnik und Wurzel. 100 × 70 × 15cm
Arturo Di Maria. Rot.Gelb.Blau. 1991. Acryl. 110x110cm 2961
Arturo Di Maria. Rot.Gelb.Blau. 1991. Acryl, 110 × 110cm
Arturo Di Maria. Rotation E I. 1980. Acryl. 100x100cm
Arturo Di Maria. Rotation E I. 1980. Acryl, 100 × 100cm

V E R N I S S A G E:
SAMSTAG, 21. MAI,  15 – 18 UHR
in Anwesenheit des Künstlers
Begrüssung durch die Galeristin um 16 Uhr
Peter K.Wehrli, Schriftsteller, spricht über Spannungsfeld zwischen den zwei Zürcher Extremen

G A L E R I E N B U M M E L:
DONNERSTAG 26. MAI, START UM 18.30 UHR IN DER GALERIE ROSENBERG
Die Kunsthistorikerin Yvonne Türler führt durch die aktuellen Ausstellungen der vier Galerien «Galerie Rosenberg», «Galerie ArteF», «Galerie Annamarie M. Andersen» und «Galerie Alex Schlesinger».

O P E N   H O U S E:
SAMSTAG / SONNTAG 11./12. JUNI, 11–17 UHR
SONNTAG 12. JUNI, 11–12 UHR MATINÈE
Von Dada bis Konkret. Lyrik mit Gudrun Orlet, Lyrikerin und Autorin anschliessender Apéritif

U M T R U N K
mit dem Künstler
8. JULI, ab 14 UHR

A U S S T E L L U N G   V E R L Ä N G E R T
bis zum 19. AUGUST

Liebe Kunstfreunde

Um einen Eindruck der künstlerischen Entwicklung seit 1965 aufzuzeigen, wählten wir aus den frühen Jahren einige Beispiele – zum Teil aus Privatbesitz – die noch verfügbar waren. Nach Abschluss seiner Ausbildung in Catania bereiste Di Maria verschiedene europäische Länder und Städte, um andere Kulturen zu erkunden. Seine Lehr- und Wanderjahre endeten schliesslich 1964 in Zürich, wo der Geist des Dadaismus als Neo Dada immer noch gegenwärtig war. Er begann Fundstücke mit einem Augenzwinkern künstlerisch umzusetzen und deren aesthetische Harmonie herauszuarbeiten. Z.B. «Geometrico non troppo» von 1968 – ein grosser verbogener Schraubenschlüssel als eine Hommage an Charlie Chaplins Film «Modern Times» oder das vieldeutige Objektensemble «Buco Nero» von 1969.

Gleichzeitig trifft Di Maria hier auf die Zürcher Konkreten, wie Max Bill und Richard Paul Lohse, und ist seit 1974 mit deren Tradition eng verbunden. Er orientiert sich zudem an Theo van Doesburgs Theorien, dass nichts wirklicher d.h. konkreter ist, als eine Linie, die Farbe und die Fläche.

In intensiven Denkprozessen sucht er eine ideale Welt ausgewogener Formverhältnisse und entwickelt seine Raumkonzepte. 1984 hat er seine authentische Bildsprache zu Form und Farbe im Raum gefunden und überzeugt seither als Künstler der geometrisch konkreten Kunst. Als Mitbegründer der Gruppe X beteiligt er sich 1988 an der Ausstellung «Konstruktiv 88» im Kunsthaus Zürich und in der Folge mit zahlreichen Ausstellungen zur konstruktiven und konkreten Kunst in Museen und Galerien.

Konsequent erforscht und entwickelt Di Maria Konzepte, wie z.B. um einige zu nennen zu «Raum – Zeit – Kontinuum», und arbeitet die Dynamik zwischen Farbe, Linie und Fläche heraus; oder zum «Quadrat», indem er dieses in kraftvollen Farben in Rot, Grün und Gelb in oder neben weisse oder hellgraue Flächen oder Räume fügt, aber auch Reliefs kreiert, die ganz in weiss, mit Licht und Schatten spielen. Gleichzeitig formuliert er mit dem Quadrat Skulpturen, als wichtigste die Grossskulptur «Gold und Geist» aus vier ineinander verkeilten gleichseitigen Kuben in prekärer Balance, die er als Antwort auf die Bankenkrise 2010 kreiert und von der Jury für den Tessinerplatz beim Bahnhof Enge in Zürich ausgewählt wurde; 2009 entwickelt er das Konzept «spazio indeterminato», bei dem sich die Reduktion der Stilelemente auf ein Minimum bereits ankündigt; und dann 2015 die neuen, zum ersten Mal ausgestellten Diptychen «orizzonte immaginario», deren Kraft und Spannung lediglich auf einer Fläche und einer Linie beruhen. Sie orientieren sich am Schlichten, aus der Aesthetik von Linie und Flächenbeherrschung. Die monochromen Farbflächen beginnen zu vibrieren, wobei die kleine Öffnung in der horizontalen Linie die Flächen in harmonischem Gleichgewicht hält. Durch diese rigorose Reduktion kreiert der Künstler eine hoch poetische und lyrische Stimmung.

Di Maria lotet durch seine unermüdlichen Recherchen der optischen Gesetze die Wahrnehmungsmöglichkeiten aus und zeigt auf, dass sich in der Konstruktiven und Konkreten Kunst immer noch ein unendlicher Spielraum von Möglichkeiten bietet und es neue Aspekte zu entdecken und zu entwickeln gibt.