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Motif Végétal

Alexandre Hollan
MUMA
Brigitta Malche

Zu diesem Thema zeigen wir anlässlich unserer hundertsten Ausstellung Arbeiten von drei Künstlern, mit denen wir seit den ersten Gründungsjahren der Galerie arbeiten.

Besuch nach telefonischer Vereinbarung

V E R N I S S A G E:
Samstag, 22. Oktober,  11–17 UHR
Einführung um 15 Uhr:
SABINE ARLITT, Kunsthistorikerin und Publizistin

O P E N  H O U S E
Sonntag, 23. Oktober,  11–17 UHR

K Ü N S T L E R - G E S P R Ä C H
Sonntag, 20. November,  11–13 UHR
findet nicht statt

O P E N  H O U S E
Samstag 3. / Sonntag 4. Dezember, 14–17 UHR

ALEXANDRE HOLLAN (1933 Budapest) lebt wie ein Weiser der Moderne und widmet sich sein Leben lang der intuitiven Vertiefung in seine Motive: jeden Sommer den markanten Bäumen im Süden Frankreichs und im Winter den Vies Silencieuses in seinem Atelier in Paris. «Für Hollan heisst Sehen, im Innern dessen, was er betrachtet, jenen Punkt zu finden, wo dessen Existenz aus dem Unterbewusstsein herausdringt und mit der sichtbaren Gestalt verschmilzt» (Yves Bonnefoy 2001). Die künstlerische Umsetzung hinter­fragt permanent sein Motiv. Es entstehen Werke voll konzentrierter Innerlichkeit. Sammler in Frankreich, Italien und in der Schweiz haben ihn entdeckt und lieben seine intime Auseinandersetzung mit diesen Motiven.
Inzwischen ist er auch dank zahlreichen Museum-Ausstellungen nicht nur bei Insidern bekannt geworden. In den letzten Jahren entstanden Arbeiten in einer radikal befreiten Technik in Kohle und vor allem in intensiven Farben. «Die Farben der neuen Arbeiten von Hollan sind kaum realistisch, jedoch von einer absoluten Wahrheit» (Olivier Delavallade 2015)

Alexandre Hollan. Le Grand Chene Danseur, 2015 | Acryl auf Leinwand. 27cm x 35cm
Alexandre Hollan. Le Grand Chene Danseur, 2015
Acryl auf Leinwand. 27cm x 35cm

MUMA (1957 Barcelona) ist europaweit bekannt für seine jeweils auf den Ort bezogene, partizipative Illuminationen mit tausenden von Kerzen und Helfern, wie z.B. in Barcelona, Girona, Lausanne, Neuchâtel, Paris, Prangins, Zürich u.a.m. In MUMAs malerischem Werk hingegen erscheinen Bäume wie Metapher der Natur, immer wieder auf die bedrohliche Wildheit unserer Bergwelt hinweisend. Die grossformatigen Zeichnungen in Kohle und Tusche aus unserer Ausstellung könnten in ihrer Qualität seiner Annäherung an die Natur, insbesondere der von Wind und Wetter geprägten Bäume im Schnee, den japanischen Meistern Hiroshige und Hokusai (1.Hälfte 19.Jh) gewidmet sein. Sie sind Portraits von Bäumen, deren Rohheit der durch Unwetter heraus gerissener Strünke durch eine luftige Leichtigkeit der Geäste aufgewogen wird.
Die Erdnähe dieses Künstlers offenbart eine subtile und emotionale Sensibilität eines Poeten. Was auch für seine im Licht gleissenden Berglandschaften Gültigkeit hat.

MUMA. Arbre Vivant, 2015. Kohle und Tusche, 47.5cm x 70cm<
MUMA. Arbre Vivant, 2015
Kohle und Tusche, 47.5cm x 70cm

Brigitta Malche (1938 Linz) war vor ihrem mehrjährigen Aufenthalt in China als konstruktivistische Malerin sehr erfolgreich. Nach ihrer Rückkehr musste sie für ihr künstlerisches Schaffen einen neuen Weg finden, denn ihr westlich rationales Denken wurde in Asien in Frage gestellt.
«Das meditative Element Asiens ging nun auf in einem höchst zeitgenössischen Lichterlebnis» (Peter K.Wehrli, 2003). Im Jahr 1991 zeigt sie im Kunsthaus Zürich ihre erste Lichtinstallation: «Vier Elemente. Farbklanginstallation» und weitere folgten u.a. in Linz, Wien, Györ, Krems. Das Thema Licht setzt sie nun auch in ihrer Malerei um. Ihr Nachdenken über die Zusammenhänge von Schöpfungsgeschichte und Evolution fliesst in ihr künstlerisches Schaffen. In Zyklen entstehen u.a. Werke mit pflanzlichen Elementen: Altmeisterlich gearbeitete Kompositionen in Eitempera, Collagen und Schichtungen aus verschiedenen Materialien und hauchdünnem Blattsilber, welches das Licht evoziert. Sie setzt den Wandel in der Natur und das Spiel des Lichtes auf den Blättern um und überträgt das Licht auf die Leinwand. «Ohne Licht passiert nichts» (Malche 2003).

Brigitta Malche. Silberbaum, 2000. 100cm x 70cm
Brigitta Malche. Silberbaum, 2000.
100cm x 70cm