Galerie Annamarie M. Andersen - Zürich | Zeitgenössische junge Kunst
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MIT BLICK AUF DIE BERGE

ANDREAS LEGATH•ERCAN RICHTER
LISA PRUCKNER•MUMA SOLER
ROBERT RALSTON

GEMÄLDE AQUARELLE SKULPTUREN

Lisa Pruckner 3 Zinnen, Dolomiten 2009 (Auschnitt)

VERNISSAGE:
DONNERSTAG, 4.MÄRZ, 18 – 20 UHR

EINFÜHRUNG UM 18.30 UHR:
SABINE ARLITT, KUNSTKRITIKERIN UND PUBLIZISTIN
DIE KÜNSTLERIN UND DIE KÜNSTLER SIND ANWESEND

MATINÉE:
SONNTAG, 18.APRIL, 11 – 13 UHR „MIT BLICK AUF DIE BERGE“, KÜNSTLERGESPRÄCH
MODERATION: SILVIO BLATTER, SCHRIFTSTELLER UND MALER

FINISSAGE:
FREITAG, 7.MAI, 16 – 18 UHR

ÖFFNUNGSZEITEN:
MITTWOCH – FREITAG 13.00 – 18.00 UHR
UND NACH VEREINBARUNG

ÜBER OSTERN, VOM 2. – 6.APRIL IST DIE
GALERIE GESCHLOSSEN

ANDREAS LEGATH (1961 Kolbermoor/Bad AiblingD) hat sich mit kontinuierlicher Konsequenz der Landschaftsmalerei verschrieben. Nach den verbrannten Terrassenhügeln des sardischen Valle dell’Inferno (in unserer Ausstellung 2007) hat er sich nun den Liparischen Inseln zugewendet. Es wird eine Serie gezeigt, die sich mit der aeolischen Insel Vulcano befasst. Die Fumarolen des weissen Rauchs sowie das feinkörnige Granulat des schwarzen Basalts, welche substantiell den Bildern eingemischt sind, schichten zusammen mit der Ölfarbe auf dem handgeschöpften Papier ihre Materialität auf. Die Strukturen im Krater mit dem zerklüfteten Rand bieten in höchst inspirierenden Farbakkorden Raum für eine autonome Malerei, die ihre Bindung zur konkreten Landschaft nicht verleugnet.

ERCAN RICHTER (1961 Ankara/Zürich) befasst sich in einem neuen Zyklus mit der ursprünglichen Natur, die er in den Alpenlandschaften findet. Es ist vielleicht die grosse Emotionalität Van Goghs, mit dessen Malerei und Tagebücher Richter sich intensiv auseinander gesetzt hat, die in seinen Arbeiten tief spürbar ist. Mit kräftigem Pinselstrich wird Schicht über Schicht gelagert, bis die Boden- und Steinstrukturen sich reliefartig auftürmen. Seine Bilder zeigen ungewohnte Ausschnitte. Der Blick richtet sich auf den Boden mit Felsbrocken. Die Materialität und die Beschaffenheit der Erde interessiert. In dieser Annäherung an die Gewalt der Natur ist die Bergwelt menschenleer. Mit expressiver Kraft und malerischer Intensität findet sich das urtümliche Naturelement in der Substanz des Gemäldes.

LISA PRUCKNER (1941 Mirow D/Wien) hat sich eine meisterhafte Ausdrucksweise in der Aquarellmalerei erarbeitet. Das Aquarell ist die unmittelbare Methode der Malerei und verlangt höchste Konzentration und Flexibilität. Keine Korrekturen sind erlaubt. Transparenz und Leuchtkraft der feinst geriebenen lichtechten Pigmente in subtil differenzierten Helligkeitswerten machen die Qualität des Aquarells aus. So liegt die Einzigartigkeit z.B. der Dolomiten nicht nur in ihren bizarren Formen, wie Türme, Zacken, Nadeln und Blöcke, sondern auch in ihrer vielfältigen Färbung. Beim aquarellieren der Berge verleiht Pruckner diesen Giganten Gestalt und expressive Dynamik mit überraschender Leichtigkeit und lebendiger Spontaneität und erfasst das ganze Wesen des Berges überzeugend.

MUMA SOLER (1969 Barcelona/Lausanne) thematisiert in seinen Werken die Übertragung von Sinneseindrücken in eine neue Bildsprache. Seine Vertrautheit mit der Natur erlaubt ihm seine inneren Landschaften mit den äusseren Landschaften zu vereinen. In Meditation und philosophischen Überlegungen lässt er seiner Einbildungskraft freien Lauf und lässt seine innere Bewegung mit den Rhythmen der Natur zu einem neuen Motiv verschmelzen. Vibrierende Überlagerungen von Liniengeflechten, zarten Schraffuren und durchlässigen Flächen von Pinselstrichen erinnern an vertraute Formen, an abstrakte Landschaftspanoramen. Das Gemälde „l’Atlantide“ in unserer Ausstellung ist ein typisches Beispiel von Mumas gleichzeitiger ikonographischer Umsetzung verschiedener Stile. Als Resultat sehen wir eine fiktive Landschaft, die aus verschiedenen Elementen entstanden ist und den Betrachter zu Assoziationen anregt.

ROBERT RALSTON (1938 Manila/Chur) arbeitet mit einer den Naturprozessen vergleichbaren Geduld an Blöcken, die das heimische Gebirge Graubündens ihm ebenso liefert wie exotisch ferne Steinbrüche. Er geht auf deren individuelle Eigenschaft sachte ein und holt in einem langwierigen Prozess, feinfühlig die im Stein eingeschlossene Gestalt ans Licht. Im Ringen mit dem Stein drängt alles aus der Erdgebundenheit ins Geistige. Das Material selbst spricht eine sinnliche Sprache. Durch das Berühren der Skulpturen erfährt man die Oberfläche als Landschaft und spürt den Prozess des Entstehens.
Ralstons umfangreiches Werk befindet sich in öffentlichen und privaten Sammlungen sowie im öffentlichen Raum in der Schweiz und im Ausland.

Abbildungen von:
ANDREAS LEGATH , ERCAN RICHTER , LISA PRUCKNER
MUMA SOLER , ROBERT RALSTON

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