Paul Flora
Paul Flora – der grosse Meister der spitzen Feder ist nicht nur als Karikaturist der "Zeit" bekannt, sondern bei Sammlern beliebt wegen seiner stimmungsvollen Impressionen und liebevollen Andeutungen skurriler und komischer Szenarien. Mit einer ihm eigenen dichten Schraffurtechnik fängt er subtil Licht und Spiegelungen ein, die er wie ein Bildhauer durch Weglassen und Hinzufügen formt. Er kreiert eine Struktur, die sein unverkennbarer Stil ist. Durch ein feines Gespinst von Linien hindurch entdecken wir Landschaften, Figuren und Szenarien in verhangener und unwirklicher Stimmung. Und immer wieder wirft er einen melancholischen Blick auf Venedigs Vergänglichkeit, auf dessen morbide Architektur und seinen Carnevale. Mit seinen Zeichnungen will Flora keine Botschaft oder Lehre verkünden. "Ich zeichne, um mich zu unterhalten. Ich denke, jede Form der Kunst ist erlaubt, ausser einer langweiligen. Meine Zeichnungen sind ziemlich leicht verständlich, was ein Handicap für strenge Experten und Ideologen ist. Sie genieren sich oft, wenn ihnen etwas Unterhaltendes und leicht zu Begreifendes gefällt. Was schwieriger zu verstehen ist, hat natürlich oft mit Qualität zu tun, aber manchmal auch mit Dampfplauderei bildnerischer und literarischer Natur. Nicht alles, was für tief und bedeutend verkauft wird, ist es auch. Man kann Wasser auch ein wenig trüb machen, damit man nicht sieht, dass es seicht ist." Paul Flora, in "Rückwärts in die Zukunft", Diogenes Verlag Zürich,2007.
