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Qi Yang

Qi Yang. 1996.Hommage an Dao. Mischtechnik 100x100cm
Qi Yang. 1996.Hommage an Dao. Mischtechnik 100x100cm.

In den Bildern zur Ausstellung Jenseits der Lotoserinnerung beschwört QI YANG längst Vergangenes oder Unterdrücktes herauf. Verstärkt wird dieser Eindruck durch die Zuordnungen von originalen Lotosblättern, die er farblich verfremdet oder auch original monochrom in die Bildfläche einfügt. Die Lotosblüte ist ein Symbol göttlicher Liebe, die das Universum regiert. Die signifikante Verflechtung tradierter Kulturelemente mit den Stilmitteln einer westlich orientierten Gegenwartskunst bestimmt gegenwärtig die Position der Malerei von QI YANG.

QI YANG bevorzugt als Bildträger neben Leinwänden feste Büttenkartons, auf die er mit Acryl, Tusche und Leinöl arbeitet. Durch die Beifügung von textilem Material, Xuan-Papier oder Lotosblätter lotet er unter dem europäischen wie fernöstlichen Einfluss die unterschiedlichen Möglichkeiten seiner künstlerischen Verwirklichung aus. Es entstehen Werke, die Kraft und Zartheit gleichermassen in sich vereinen.

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Der in China geborene und aufgewachsene Künstler Qi Yang lebt seit 1987 in Deutschland, fährt jedoch regelmässig in seinen Heimatstaat, um an der Universität Anhui bildende Kunst zu unterrichten. Die Begegnung der westlichen und fernöstlichen Kultur wirkt für Yangs kreatives Schaffen befruchtend, und es entsteht eine ausdrucksvolle und eigenständige Malerei.

Yangs Ausstellung "Der Wind ist namenlos" wurde in Deutschland, China und der Schweiz gezeigt. Für diese Serie verwendet er Acryl, Teer und Xuanpapier auf Leinwand.
Das Xuanpapier wird aus lange gewässerten, sehr dünnen Bambusfasern hergestellt und weist eine sehr subtile Struktur auf. Über die streng geometrischen Flächen des Xuanpapiers sind mit starkem Pinselstrich expressive Linien aus Teer oder Acryl gezogen - die Wucht des Ausdruckes kämpft gegen die strenge Reglementierung.

In Yangs Gemälden steht der Verstand dem Gefühl gegenüber - diese Dichotomie kommt im Gegensatz der voneinander klar abgegrenzten Acryl- und Papierflächen und den heftigen, spontan wirkenden Teerlinien zum Ausdruck. Die durch diese Spannung vermittelte Unruhe kann beim Betrachter das Gefühl auslösen, Energie nicht bloss zu spüren, sondern sie in Bildern zu sehen.

Yangs Öl-Acryl-Collagen auf Karton, der Über eine quadratische Chassis gezogen wird, wirken trotz des heftigen Striches und der pastos aufgetragenen Farbe leicht und lyrisch; der KÜnstler benennt diese Serie denn auch Poesie. Grünblaues Acryl wurde so dünn aufgetragen, dass es den Bildern einen fliessenden Charakter verleiht. In diesem Farbenmeer wird erst auf den zweiten Blick Papier sichtbar, das Yang zerknüllt auf den Karton geklebt und in mehreren Schichten mit Öl und Acryl übermalt hat. Voller Bewegung und Transparenz erhalten die Werke dadurch ein gegensätzliches Element von Gesetztheit und Beständigkeit.